Historisches / Alte Berichte
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Christoph
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Hoch interessant, ich schätze den Aufwand und die Mühe dahinter sehr. Vielen Dank, das Du die Zeitung hier auch so gut lesbar und komplett veröffentlichst. Ich weiss wieviel Arbeit dahinter steckt. Finde es total interessant, das die Elfenfahrt damals als "holländische Kanalblütenfahrt"" beworben wird. Der Begriff "holländisch" ist mir nämlich im Zusammenhang mit dieser Attraktion noch nie begegnet.
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mokka
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Tatsächlich lief die "Holländische Kanalblütenfahrt" mehrere Jahre unter diesen Namen. Erst ab 1986 oder 1987 war dann nur noch von der "Kanalblütenfahrt" die Rede.
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Gelöschter_User_5521
Auch die Lage im Park ist für die Bezeichnung doch etwas kurios. Aber wenn ich an meinen Urlaub in Holland zurückdenke, versteche ich zumindest den Ansatz, woher der Gedanke kommt. Wie gerne wäre ich mit einem kleinen Boot über die verwinkelten Kanäle der kleinen Dörfer gefahren, im besten Fall auch noch zur schönsten Blütezeit im Frühjahr.
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mokka
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Guckt mal, was für einen kleinen Leckerbissen aus dem Jahr 1981 ich für euch habe:
Der Rote Baron scheint einiges auszuhalten.
Der Rote Baron scheint einiges auszuhalten.
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Spielplatz
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Wenn ich jetzt noch wüsste wo der Euro Park Rust ist? (2:55)
Danke fürs teilen.
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mokka
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Europa-Park Fan-Club
In einer alten EP-Zeitung gab es mal einen Hinweis auf den allerersten EP-Fan-Club der bereits 1981 gegründet wurde. Jahrzehnte bevor das EP-Board und EPfans.info starteten:
Daher meine Frage an das EP-Board-Team: Kennt von euch noch einer den Gründer Thilo Graf und was aus ihm geworden ist? Wäre vielleicht eine schöne Geschichte, ihn zum 50järigen EP-Jubiläum zu interviewen und zu fragen wie das damals mit der Fan-Arbeit in den 80er Jahren war. Leider finde ich im Internet nichts zu seiner Person.
In einer alten EP-Zeitung gab es mal einen Hinweis auf den allerersten EP-Fan-Club der bereits 1981 gegründet wurde. Jahrzehnte bevor das EP-Board und EPfans.info starteten:
Daher meine Frage an das EP-Board-Team: Kennt von euch noch einer den Gründer Thilo Graf und was aus ihm geworden ist? Wäre vielleicht eine schöne Geschichte, ihn zum 50järigen EP-Jubiläum zu interviewen und zu fragen wie das damals mit der Fan-Arbeit in den 80er Jahren war. Leider finde ich im Internet nichts zu seiner Person.
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Gelöschter_User_5521
Tatsächlich konnte unser durch EPFans.info erweitertes Team dort eine kleine Spur liefern, wenn auch leider nur zu Patrick. Dieser hat viele Jahre lang die einschlägig bekannte Website https://eprust.free.fr/ betrieben und scheint auch heute noch auf manchen Veranstaltungen antreffbar zu sein. Ich persönlich hatte noch nicht die Ehre. Vor längerer Zeit wurden mit ihm gemeinsam auch die Fantreffen organisiert.
Sollte Thilo hier mitlesen bzw auf sonstigem Wege davon mitbekommen, kann er sich gerne jederzeit bei uns oder EPFans.info melden - Patrick natürlich auch!
Sollte Thilo hier mitlesen bzw auf sonstigem Wege davon mitbekommen, kann er sich gerne jederzeit bei uns oder EPFans.info melden - Patrick natürlich auch!
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mokka
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Heut` gehn wir in`n Europa-Park
Ein Europa-Park-Lied das als Single erschienen ist, gesungen vom Kinderchor Waldkirch. Wie schon @Spielplatz ein paar Seiten vorher bereits darauf hingewiesen hat, ist das genaue Erscheinungsjahr nicht bekannt. Ich vermute aber, es war um das Jahr 1980 herum:
Eigenes Bild
Eigenes Bild
Auf der B-Seite der Single war "Gruß aus Waldkirch" vom Städtischen Jugendblasorchester Waldkirch zu hören:
Eigenes Bild
Text und Musik stammt in beiden Fällen von Werner Rigling, und der ist aus zweierlei Sicht hochinteressant. Ich als Franke musste mich hier erst einlesen und stellte dann aber erstaunt fest, dass er in Südbaden ein äußerst beliebter und bekannter Musiker war. Ab Ende der 50er Jahre war Rigling Mitglied des legendären "Schlurbi-Trio". Deren Umzugsauftritte waren der Höhepunkt der Rheinfeldener Fasnacht. Rigling komponierte die Lieder für die Auftritte. Auch nach Auflösung der Gruppe war er weiterhin für zahlreiche Narrenmärsche am Oberrhein als Komponist verantwortlich, u.a. schrieb er den "Hexenwalzer" für seinen Heimatort Waldkirch.
Doch zunächst mal zum Text, den Rigling für das EP-Lied schrieb:
Kinderchor - Refrain:
Heut`gehn wir in´n Europa-Park, ins Kinderland nach Rust.
Verbringen im Europa-Park den Tag nach Herzenslust.
Das schönste am Europa-Park, dass auch Erwachsene, groß und stark,
sich fühlen wieder wie ein Kind und ein paar Stunden glücklich sind.
Drum gehn wir in`n Europa-Park, ins Kinderland nach Rust.
Kinderstimme - Solo:
Ein Kind zu sein ist heute ja so schwer, das steht statistisch fest.
Weil Schule, Umwelt und Verkehr es kaum noch Kind sein lässt.
Die Eltern haben selten Zeit, sind selbst gehetzt, geplagt.
Doch eines Tages ist´s soweit, dass Papi plötzlich sagt:
Kinderchor - Refrain:
Heut`gehn wir in´n Europa-Park, ins Kinderland nach Rust...
...
Kinderstimme - Solo:
Die Zukunft wird so schnell Vergangenheit. Im Alter wird dir klar:
Das deines Lebens schönste Zeit, die Zeit der Kindheit war.
Drum lasst die Kinder Kinder sein, solange sie´s noch sind.
Und willst du dich mal selbst erfreun, dann sag zu deinem Kind:
Kinderchor - Refrain:
Heut`gehn wir in´n Europa-Park, ins Kinderland nach Rust...
...
Die Musik ist zwar ein schmissiges Marschlied, aber der Text ist durchdacht und versprüht einen Hauch von Melancholie. Aber es wird noch interessanter, ich schrieb ja, Rigling war in zweierlei Sicht interessant. Es gibt nämlich noch einen weiteren Bezug von ihm zum Europa-Park. Neben seinen musikalischen Aktivitäten machte er sich auch Gedanken, wie er sein Elztal touristisch interessant machen konnte. So ließ er in den 80er Jahren von der Wagenbaufirma Dufner in Prechtal, nur wenige Kilometer von Waldkirch entfernt, eine Retro-Postkutsche anfertigen, mit der er Touristen zu Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten im Elztal fuhr. Dadurch wurde in Waldkirch Roland Mack auf ihn aufmerksam und engagierte ihn als Postkutschenfahrer im EP. Ein genaues Jahr habe ich nicht, es müsste aber Mitte oder Ende der 80er Jahre gewesen sein. Bis weit in die 90er Jahre fuhr Rigling im EP die Postkutsche.
Ein Foto (von mir) aus einem EP-Magazin Anfang der 90er Jahre, schwer zu erkennen, ob Rigling der Kutscher ist, aber ich vermute es:
Werner Rigling verstarb 2015 im Alter von 86 Jahren.
Ein Europa-Park-Lied das als Single erschienen ist, gesungen vom Kinderchor Waldkirch. Wie schon @Spielplatz ein paar Seiten vorher bereits darauf hingewiesen hat, ist das genaue Erscheinungsjahr nicht bekannt. Ich vermute aber, es war um das Jahr 1980 herum:
Eigenes Bild
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Auf der B-Seite der Single war "Gruß aus Waldkirch" vom Städtischen Jugendblasorchester Waldkirch zu hören:
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Text und Musik stammt in beiden Fällen von Werner Rigling, und der ist aus zweierlei Sicht hochinteressant. Ich als Franke musste mich hier erst einlesen und stellte dann aber erstaunt fest, dass er in Südbaden ein äußerst beliebter und bekannter Musiker war. Ab Ende der 50er Jahre war Rigling Mitglied des legendären "Schlurbi-Trio". Deren Umzugsauftritte waren der Höhepunkt der Rheinfeldener Fasnacht. Rigling komponierte die Lieder für die Auftritte. Auch nach Auflösung der Gruppe war er weiterhin für zahlreiche Narrenmärsche am Oberrhein als Komponist verantwortlich, u.a. schrieb er den "Hexenwalzer" für seinen Heimatort Waldkirch.
Doch zunächst mal zum Text, den Rigling für das EP-Lied schrieb:
Kinderchor - Refrain:
Heut`gehn wir in´n Europa-Park, ins Kinderland nach Rust.
Verbringen im Europa-Park den Tag nach Herzenslust.
Das schönste am Europa-Park, dass auch Erwachsene, groß und stark,
sich fühlen wieder wie ein Kind und ein paar Stunden glücklich sind.
Drum gehn wir in`n Europa-Park, ins Kinderland nach Rust.
Kinderstimme - Solo:
Ein Kind zu sein ist heute ja so schwer, das steht statistisch fest.
Weil Schule, Umwelt und Verkehr es kaum noch Kind sein lässt.
Die Eltern haben selten Zeit, sind selbst gehetzt, geplagt.
Doch eines Tages ist´s soweit, dass Papi plötzlich sagt:
Kinderchor - Refrain:
Heut`gehn wir in´n Europa-Park, ins Kinderland nach Rust...
...
Kinderstimme - Solo:
Die Zukunft wird so schnell Vergangenheit. Im Alter wird dir klar:
Das deines Lebens schönste Zeit, die Zeit der Kindheit war.
Drum lasst die Kinder Kinder sein, solange sie´s noch sind.
Und willst du dich mal selbst erfreun, dann sag zu deinem Kind:
Kinderchor - Refrain:
Heut`gehn wir in´n Europa-Park, ins Kinderland nach Rust...
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Die Musik ist zwar ein schmissiges Marschlied, aber der Text ist durchdacht und versprüht einen Hauch von Melancholie. Aber es wird noch interessanter, ich schrieb ja, Rigling war in zweierlei Sicht interessant. Es gibt nämlich noch einen weiteren Bezug von ihm zum Europa-Park. Neben seinen musikalischen Aktivitäten machte er sich auch Gedanken, wie er sein Elztal touristisch interessant machen konnte. So ließ er in den 80er Jahren von der Wagenbaufirma Dufner in Prechtal, nur wenige Kilometer von Waldkirch entfernt, eine Retro-Postkutsche anfertigen, mit der er Touristen zu Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten im Elztal fuhr. Dadurch wurde in Waldkirch Roland Mack auf ihn aufmerksam und engagierte ihn als Postkutschenfahrer im EP. Ein genaues Jahr habe ich nicht, es müsste aber Mitte oder Ende der 80er Jahre gewesen sein. Bis weit in die 90er Jahre fuhr Rigling im EP die Postkutsche.
Ein Foto (von mir) aus einem EP-Magazin Anfang der 90er Jahre, schwer zu erkennen, ob Rigling der Kutscher ist, aber ich vermute es:
Werner Rigling verstarb 2015 im Alter von 86 Jahren.
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mokka
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Michel Den Dulk
Michel Den Dulk im Jahr 2009, im Hintergrund "sein" Themenbereich Island:
Blickt man auf die jüngere EP-Historie, kommt man an Michel Den Dulk nicht vorbei. Nach der Damrau-Ära prägte er als Chefdesigner ebenfalls nachhaltig den EP, wenn auch nur für kurze dreieinhalb Jahre. Der Niederländer lebte nur wenige Kilometer von Efteling entfernt und war schon als Kind ein glühender Fan dieses Freizeitparks. Im Jahr 2000 bewarb er sich für ein Praktikum im Efteling. Nachdem dies zu scheitern drohte, bewarb er sich auch u.a. im Europa-Park, wurde dort aber abgelehnt. Schließlich klappte es aber doch noch in seinem Heimatpark und er stieg dort schnell auf. 2005 hoffte er auf die Übernahme des Postens als Chefdesigner, den bis dahin sein Förderer Ton van de Ven innehatte. In Efteling wollte man in Zukunft aber lieber auf ein Team setzen und nicht mehr auf eine einzelne Person mit dieser Verantwortung. Enttäuscht verließ Den Dulk Efteling und entschied sich im Herbst 2005 - er war gerade mal 25 Jahre alt - aus mehreren Angeboten für den Europa-Park.
Sein erstes Projekt im EP war die Ergänzung des Themenbereichs England. mit einem Gebäudeensemble im Tutorstil. Interessant ist, dass Den Dulk sich dabei - wie er selbst sagte - an seinen eigenen Entwürfen für den Anton Pieckplein im Efteling orientierte:
Sein nächstes Projekt war die Attraktion Abenteuer Atlantis. Ein ausführlicher Bericht sowie ein Interview im Jahr 2007 mit Den Dulk zum Thema Abenteuer Atlantis:
https://www.eftelist.nl/a_atlantis.html
Interessant ist dabei, dass die Figur des Professor Carter vom Namen und Aussehen einem anderen Designer im Europa-Park nachempfunden wurde: dem Engländer Ged Carter, er war vor allem für die alte Zauberwelt der Diamanten verantwortlich.
Das größte Projekt von Michel Den Dulk war sicherlich der Themenbereich Island. Auch hier gibt es ein sehr ausführliches Interview mit Den Dulk aus dem Jahr 2009:
https://www.eftelist.nl/a_ijsland.html
Sein Entwurf zu Island:
Zusammengefasst die Arbeiten von Den Dulk im Europa-Park:
- Ergänzung England (2006)
- Abenteuer Atlantis (2007)
- Crazy Taxi und London Bus (2008 )
- Themenbereich Island und Blue Fire Megacoaster (2009)
- Whale Adventure Splash Tours (2010)
- Monorail Station Island (2010)
- Pizzeria Italien (2010)
- Erweiterung Themenbereich Portugal (2010)
2010 wechselte er schließlich zu Disney. Heute ist er "Creative Director" für Disneyland Paris. Auch hier im Forum wurde sein Weggang diskutiert, 16 Jahre ist das nun schon her:
viewtopic.php?t=4133
Michel Den Dulk ist heute fast schon ein wenig vergessen im Europa-Park. Kein Wunder, nach einem sehr prägenten Vierteljahrhundert durch Ulrich Damrau. Dennoch hat er seinen eigenen Stil eingebracht und mit ihm auch ein kleines Stück Efteling. Auch auf unserem Winteremblem von ep-board ist sein englisches Tutor-Gebäude präsent.
Quelle aller Infos und Bilder in diesem Bericht: https://www.eftepedia.nl/
Michel Den Dulk im Jahr 2009, im Hintergrund "sein" Themenbereich Island:
Blickt man auf die jüngere EP-Historie, kommt man an Michel Den Dulk nicht vorbei. Nach der Damrau-Ära prägte er als Chefdesigner ebenfalls nachhaltig den EP, wenn auch nur für kurze dreieinhalb Jahre. Der Niederländer lebte nur wenige Kilometer von Efteling entfernt und war schon als Kind ein glühender Fan dieses Freizeitparks. Im Jahr 2000 bewarb er sich für ein Praktikum im Efteling. Nachdem dies zu scheitern drohte, bewarb er sich auch u.a. im Europa-Park, wurde dort aber abgelehnt. Schließlich klappte es aber doch noch in seinem Heimatpark und er stieg dort schnell auf. 2005 hoffte er auf die Übernahme des Postens als Chefdesigner, den bis dahin sein Förderer Ton van de Ven innehatte. In Efteling wollte man in Zukunft aber lieber auf ein Team setzen und nicht mehr auf eine einzelne Person mit dieser Verantwortung. Enttäuscht verließ Den Dulk Efteling und entschied sich im Herbst 2005 - er war gerade mal 25 Jahre alt - aus mehreren Angeboten für den Europa-Park.
Sein erstes Projekt im EP war die Ergänzung des Themenbereichs England. mit einem Gebäudeensemble im Tutorstil. Interessant ist, dass Den Dulk sich dabei - wie er selbst sagte - an seinen eigenen Entwürfen für den Anton Pieckplein im Efteling orientierte:
Sein nächstes Projekt war die Attraktion Abenteuer Atlantis. Ein ausführlicher Bericht sowie ein Interview im Jahr 2007 mit Den Dulk zum Thema Abenteuer Atlantis:
https://www.eftelist.nl/a_atlantis.html
Interessant ist dabei, dass die Figur des Professor Carter vom Namen und Aussehen einem anderen Designer im Europa-Park nachempfunden wurde: dem Engländer Ged Carter, er war vor allem für die alte Zauberwelt der Diamanten verantwortlich.
Das größte Projekt von Michel Den Dulk war sicherlich der Themenbereich Island. Auch hier gibt es ein sehr ausführliches Interview mit Den Dulk aus dem Jahr 2009:
https://www.eftelist.nl/a_ijsland.html
Sein Entwurf zu Island:
Zusammengefasst die Arbeiten von Den Dulk im Europa-Park:
- Ergänzung England (2006)
- Abenteuer Atlantis (2007)
- Crazy Taxi und London Bus (2008 )
- Themenbereich Island und Blue Fire Megacoaster (2009)
- Whale Adventure Splash Tours (2010)
- Monorail Station Island (2010)
- Pizzeria Italien (2010)
- Erweiterung Themenbereich Portugal (2010)
2010 wechselte er schließlich zu Disney. Heute ist er "Creative Director" für Disneyland Paris. Auch hier im Forum wurde sein Weggang diskutiert, 16 Jahre ist das nun schon her:
viewtopic.php?t=4133
Michel Den Dulk ist heute fast schon ein wenig vergessen im Europa-Park. Kein Wunder, nach einem sehr prägenten Vierteljahrhundert durch Ulrich Damrau. Dennoch hat er seinen eigenen Stil eingebracht und mit ihm auch ein kleines Stück Efteling. Auch auf unserem Winteremblem von ep-board ist sein englisches Tutor-Gebäude präsent.
Quelle aller Infos und Bilder in diesem Bericht: https://www.eftepedia.nl/
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MineTrainFan
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Sehr interessant! Da kann ich noch viel lernen. Eine Frage, weil ich lese "Erweiterung Portugal". Was wurde denn 2010 in Portugal erweitert? 2006 kam die Santa Marian dazu, aber danach?
Lieblingsachterbahn-/Attraktion: Colorado Adventure 
Colorado Adventure lässt nicht nur die Herzen der Wild-West-Fans schneller schlagen!
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mokka
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Damit dürfte das Casa Atlantica gemeint sein.
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mokka
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Rémy Bricka
Vielleicht etwas ungewöhnlich, in "Historisches" über jemanden zu schreiben, der nach wie vor als Künstler im Parkgeschehen aktiv ist. Aber da Rémy Bricka seit sage und schreibe über 48 Jahren im EP auftritt, ist dies schon vertretbar. Tatsächlich trat Bricka (genau so alt wie Roland Mack) bereits 1977 im Park auf. Er war der erste richtige Star, denn nur wenige Monate zuvor - im Februar 1977 - hatte er einen Top Ten Hit in den französischen Charts. Bis auf Platz 5 kletterte sein Lied "La vie en couleur":
Aufsehen erregte er auch 1988, als er auf Wasserskiern den Atlantik überquerte und damit ins Guinnessbuch der Rekorde kam:
Bildquelle: https://www.guinnessworldrecords.com/wo ... k-on-water
"Trainiert" hat Rémy Bricka in den Jahren zuvor u.a. auf dem Abenteuersee im Europa-Park wie hier im Jahr 1985:
Bildquelle: https://blog.europapark.de/fr/europa-pa ... -couleurs/
Musikalisch hat er 1987 auch einen Europa-Park-Song auf einer Single veröffentlicht:
Bildquelle: https://www.discogs.com/release/1507238 ... 7YoQo80c2T
Da Bricka Esässer ist (geboren in Niederbronn les bains) hat er den Text auf elsässisch verfasst:
Bildquelle: https://www.discogs.com/release/1507238 ... 7YoQo80c2T
Wer über einen so langen Zeitraum im EP präsent ist, dessen Name darf auch einen Platz im Park bekommen. Seit 2010 gibt es im Themenbereich Frankreich den "Place Rémy Bricka":
Bildquelle: https://blog.europapark.de/fr/europa-pa ... -couleurs/
Für diesen Bericht bedurfte es keine große Recherche, ich habe die Infos hier nur noch mal zusammengetragen.
Vielleicht etwas ungewöhnlich, in "Historisches" über jemanden zu schreiben, der nach wie vor als Künstler im Parkgeschehen aktiv ist. Aber da Rémy Bricka seit sage und schreibe über 48 Jahren im EP auftritt, ist dies schon vertretbar. Tatsächlich trat Bricka (genau so alt wie Roland Mack) bereits 1977 im Park auf. Er war der erste richtige Star, denn nur wenige Monate zuvor - im Februar 1977 - hatte er einen Top Ten Hit in den französischen Charts. Bis auf Platz 5 kletterte sein Lied "La vie en couleur":
Aufsehen erregte er auch 1988, als er auf Wasserskiern den Atlantik überquerte und damit ins Guinnessbuch der Rekorde kam:
Bildquelle: https://www.guinnessworldrecords.com/wo ... k-on-water
"Trainiert" hat Rémy Bricka in den Jahren zuvor u.a. auf dem Abenteuersee im Europa-Park wie hier im Jahr 1985:
Bildquelle: https://blog.europapark.de/fr/europa-pa ... -couleurs/
Musikalisch hat er 1987 auch einen Europa-Park-Song auf einer Single veröffentlicht:
Bildquelle: https://www.discogs.com/release/1507238 ... 7YoQo80c2T
Da Bricka Esässer ist (geboren in Niederbronn les bains) hat er den Text auf elsässisch verfasst:
Bildquelle: https://www.discogs.com/release/1507238 ... 7YoQo80c2T
Wer über einen so langen Zeitraum im EP präsent ist, dessen Name darf auch einen Platz im Park bekommen. Seit 2010 gibt es im Themenbereich Frankreich den "Place Rémy Bricka":
Bildquelle: https://blog.europapark.de/fr/europa-pa ... -couleurs/
Für diesen Bericht bedurfte es keine große Recherche, ich habe die Infos hier nur noch mal zusammengetragen.
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mokka
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Eine Ergänzung zu meinem Beitrag über Rémy Bricka, zwar aus der jüngeren Vergangenheit, aber nicht uninteressant. Nicht nur den EP hat Bricka besungen, auch Rulantica wurde von ihm 2019 musikalisch verarbeitet:
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mokka
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Elmis witzige Oldie Show
Mehrere Folgen der SAT1-Sendung "Elmis witzige Oldie Show" wurden 1997 im Europa-Park live vor Publikum auf der Freilichtbühne im Themenbereich Italien gedreht. Es gibt davon noch einige Clips auf Youtube, hier ist einer:
Mehrere Folgen der SAT1-Sendung "Elmis witzige Oldie Show" wurden 1997 im Europa-Park live vor Publikum auf der Freilichtbühne im Themenbereich Italien gedreht. Es gibt davon noch einige Clips auf Youtube, hier ist einer:
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mokka
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Ein Hauch von Las Vegas
Mit der Eröffnung des "Barock-Theaters" 1982 begann auch die Zeit der großen Shows im Europa-Park. Bereits 1983 konnte man einen klangvollen Namen präsentieren, der vor allem unter Phantasialand-Fans auch heute noch bekannt sein dürfte: Lee Pee Ville. Der Däne, mit richtigen Namen Leif Hansen, startete bereits in den 60er Jahren in dänischen Freizeitparks seine Karierre. In den 70er Jahren engagierten die bekanntesten Circusse ihn und seine Illusionsshow, darunter Circus Krone und Circus Knie. Unter anderem gewann er den "Prix des Illusionistes" beim Circussfestival Monte Carlo. 1981 wande er sich wieder Freizeitparks zu. Für eine Saison wurde er vom Holiday Park engagiert. 1982 trat er dann erstmals im Phantasialand auf, allerdings wieder nur für eine Saison. Ab 1984 schließlich hatte er für über 10 Jahre ein festes Engagement im Phantasialand.
Dazwischen aber, im Jahr 1983, hatte Lee Pee Ville seine Illusionsshow im Europa-Park. Leider gibt es kaum Bilder und Berichte über diese Show. In der EP-Zeitung von 1983 fand sich dieser kleine Artikel:
Eigenes Bild
In einem Flyer aus dem gleichen Jahr fand sich noch ein kleines Bild in mäßiger Qualität:
Eigenes Bild
Seine große Zeit hatte Lee Pee Ville schließlich im Phantasialand. Seine Show dort galt als beste Europäische Magic Show. 1991 wurde er zum "Magier des Jahres" gewählt. Beim Besuch von Michael Jackson im Phantasialand spielte er ihm alleine (und seinen Bodyguards) seine Show vor. 1988 übertrug das ZDF seine Show. Diese gibt es von "themenparx" auf Youtube in zwei Teilen. So ähnlich - aber natürlich nicht so spektakulär - waren sie vielleicht auch im EP:
Warum Lee Pee Ville sein großes Engagement im Phantasialand hatte und nicht im EP, hatte wohl zwei Gründe: Zum einen hat Lee Pee Ville und das Phl. bereits bei seiner ersten Saison in Brühl 1982 wohl schon über eine langfristige Zusammenarbeit verhandelt und womöglich schon Verträge geschlossen. Zum anderen wollte sich der Europa-Park nicht an einen einzigen Künstler für seine Show binden. Der EP suchte ein anderes Konzept und sollte dies auch bald finden. Aber dazu vielleicht ein andermal mehr...
Lee Pee Ville beendete nach seiner Zeit im Phantasialand seine Karriere (Mitte oder Ende der 90er Jahre?) und war nur noch als Künstler-Vermittler tätig. So weit ich weiß, lebt er auch heute noch in Brühl und feierte vor kurzem seinen 80. Geburtstag.
Mit der Eröffnung des "Barock-Theaters" 1982 begann auch die Zeit der großen Shows im Europa-Park. Bereits 1983 konnte man einen klangvollen Namen präsentieren, der vor allem unter Phantasialand-Fans auch heute noch bekannt sein dürfte: Lee Pee Ville. Der Däne, mit richtigen Namen Leif Hansen, startete bereits in den 60er Jahren in dänischen Freizeitparks seine Karierre. In den 70er Jahren engagierten die bekanntesten Circusse ihn und seine Illusionsshow, darunter Circus Krone und Circus Knie. Unter anderem gewann er den "Prix des Illusionistes" beim Circussfestival Monte Carlo. 1981 wande er sich wieder Freizeitparks zu. Für eine Saison wurde er vom Holiday Park engagiert. 1982 trat er dann erstmals im Phantasialand auf, allerdings wieder nur für eine Saison. Ab 1984 schließlich hatte er für über 10 Jahre ein festes Engagement im Phantasialand.
Dazwischen aber, im Jahr 1983, hatte Lee Pee Ville seine Illusionsshow im Europa-Park. Leider gibt es kaum Bilder und Berichte über diese Show. In der EP-Zeitung von 1983 fand sich dieser kleine Artikel:
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In einem Flyer aus dem gleichen Jahr fand sich noch ein kleines Bild in mäßiger Qualität:
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Seine große Zeit hatte Lee Pee Ville schließlich im Phantasialand. Seine Show dort galt als beste Europäische Magic Show. 1991 wurde er zum "Magier des Jahres" gewählt. Beim Besuch von Michael Jackson im Phantasialand spielte er ihm alleine (und seinen Bodyguards) seine Show vor. 1988 übertrug das ZDF seine Show. Diese gibt es von "themenparx" auf Youtube in zwei Teilen. So ähnlich - aber natürlich nicht so spektakulär - waren sie vielleicht auch im EP:
Warum Lee Pee Ville sein großes Engagement im Phantasialand hatte und nicht im EP, hatte wohl zwei Gründe: Zum einen hat Lee Pee Ville und das Phl. bereits bei seiner ersten Saison in Brühl 1982 wohl schon über eine langfristige Zusammenarbeit verhandelt und womöglich schon Verträge geschlossen. Zum anderen wollte sich der Europa-Park nicht an einen einzigen Künstler für seine Show binden. Der EP suchte ein anderes Konzept und sollte dies auch bald finden. Aber dazu vielleicht ein andermal mehr...
Lee Pee Ville beendete nach seiner Zeit im Phantasialand seine Karriere (Mitte oder Ende der 90er Jahre?) und war nur noch als Künstler-Vermittler tätig. So weit ich weiß, lebt er auch heute noch in Brühl und feierte vor kurzem seinen 80. Geburtstag.
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mokka
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Sinnlichkeit und Glamour: Das Maxim im Europa-Park
Wer heute durch die Warteschlange des CanCan Coasters geht, wird unwillkürlich in den Bann des Moulin Rouge um 1900 gezogen. Sehr detailliert wird das Milieu der Bohéme dargestellt, faszinierend der Blick „hinter die Kulissen“. Doch schon lange vor der Kooperation mit dem Moulin Rouge holte sich der Europa-Park Inspirationen aus der Welt des Varieté. Es war eine enge und prägende Verbindung, gemeint ist das Maxim in Budapest.
Nachdem Lee Pee Ville den Europa-Park Ende 1983 wieder verließ, brachte man in den folgenden Jahren zwar solide Shows auf die Bühne, der rote Faden fehlte allerdings dabei. Dies sollte sich jedoch 1986 ändern. Mit dem Maxim holte der EP eines der renommiertesten Varieté-Theater mit ins Boot. Die Qualität der Shows wurde auf ein neues Level gehoben. Verantwortlich dafür war ein Mann, dessen Name heute kaum noch jemand kennt: István Barna.
István Barna, undatiertes Foto (vermutlich 1970er Jahre):
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=102 ... 3006126703
Seine Geschichte und die „seines“ Maxims war erstaunlich und faszinierend, das Ende umso trauriger. Doch hier muss man erst weit zurückgehen in der Geschichte. Die Firma Pannónia entwickelte sich in den 1960er Jahren zur erfolgreichsten Hotelkette in Ungarn. Maßgeblichen Anteil daran hatte einer ihrer Direktoren: István Barna.
Zwar unterhielt Pannónia bereits einige Vergnügungsstätten wie Bars und Nachtclubs. Beim Bau des neuen Hotel Emke im Zentrum von Budapest, wollte man aber einen Schritt weitergehen und dort im Untergeschoss ein Varieté-Theater errichten. Barna setzte durch, dass dort die modernste Bühnentechnik installiert wurde, u.a. eine absenkbare und drehbare Bühne, in deren Mitte auch Wasserfontänen möglich waren.. Auch wurde das Theater klimatisiert, was damals noch unüblich war. István Barna war nicht nur für die Wirtschaftlichkeit verantwortlich. Er übernahm auch die Regie bei den Shows. Am 24. Oktober 1972 wurde das Maxim eröffnet. Es war von Beginn an ein fulminanter Erfolg.
Istvan Barna gibt „seinem“ Ballett Regieanweisungen. Die Zigarre war sein Markenzeichen:
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=13 ... 4994251749
Barna, bereits 52 Jahre alt, setzte von Beginn an auf Eleganz und Glamour nach westlichem Vorbild. Zwei Drittel der Gäste kamen aus dem Ausland. Die hohen Investitionskosten amortisierten sich bereits nach wenigen Jahren. An 6 Tagen in der Woche wurden jeweils um 20 Uhr und 23 Uhr Shows geboten.
Von außen schlicht und nüchtern, der Eingang des Maxim (1976):
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=102 ... 3006126703
Im Inneren dann Luxus, Erotik und Lebensfreude (Foto ca. Mitte der 80er Jahre):
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=10 ... 3006126703
Sehr viel nackte Haut und üppige Federkostüme waren nicht nur im Pariser Moulin Rouge, sondern auch im Budapester Maxim fester Bestandteil:
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
Egal wie freizügig die Tänzerinnen auftreten, spielen Federkostüme in den meisten Varietés eine entscheidende Rolle. Sie werden u.a. aus Straußenfedern hergestellt. Durch ihre weichen Bewegungen unterstreichen sie die Leichtigkeit der Tänzerinnen und betonen ihre Weiblichkeit.
Für den Europa-Park wurden etwas „stoffhaltigere“ Kostüme gewählt:
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=17 ... 3645208654
Wie man Ballett, Artistik und Erotik in pure Poesie umsetzt, zeigt eines der wenigen Bewegt-Bilder aus dem Maxim, hier aus dem Jahr 1990:
Bildquelle: https://www.youtube.com/watch?v=k8KRCfLjRRQ
Nirgendwo sonst hinter dem „eisernen Vorhang“ gab es solche glamourös ausgestattete Shows wie hier im Budapester Maxim. Durch seine hohe Arbeitsmoral, sein seriöses Auftreten und seine große Beliebtheit bei Artisten und Tänzerinnen erarbeitete sich István Barna einen Ruf, der es ihm auch ermöglichte nationale und internationale Stars zu engagieren, darunter Èva Bordás, Ilona Medveczky, das Golden Gate Quartet und die Kessler Zwillinge (Bild: Kessler Zwillinge im Maxim 1982):
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=102 ... 9055158117
Fester Bestandteil der Shows im Maxim war von Anfang an Mariann Tatrai. Sie fungierte als eine Art „Gastgeberin“ und war unter dem Pseudonym „Lady M“ für ihre Illusionsshow bekannt. Mit dieser Nummer trat sie zumindest in den Jahren 1990 und 1991 auch im Europa-Park auf. Das folgende Bild zeigt einen Flyer des Maxim-Varieté von Ende der 80er Jahre. Zu sehen u.a. Mariann Tatrai als „Lady M“. Sie trat auch mit einem chinesischen Panter auf, im EP jedoch nur mit ihrer Illusionsshow und mit dem Namenszusatz „Queen of Magic“:
Eigenes Bild
Hier mit ihrer Illusionsshow im Europa-Park. Bild aus einer EP-Zeitung von 1991:
Eigenes Bild
Die Ironie des Schicksals: Nirgendwo sonst in Osteuropa wurde Luxus und Freiheit so zelebriert wie im Budapester Maxim. Und genau diese Freiheit, die die sozialistischen Länder durch den Fall des Eisernen Vorhangs bekamen, sorgte für den Niedergang des Maxim. Pannónia begann sich umzustrukturieren, die Besucherzahlen im Maxim gingen zurück. István Barna versuchte sein Bestes um noch etwas zu retten. Im November 1990 kündigte Barna bei der Abschiedsvorstellung des Maxim auch seinen Abschied an. Er versuchte aber, zusammen mit dem Europa-Park und Pannónia ein Joint Venture zu gründen. Das Unternehmen sollte sich „West Orient Kft.“ nennen. Wie weit die Verhandlungen damals waren, konnte man in der EP-Zeitung von 1991 lesen. Dort wurde von dem „neuen Maxim-Showballett“ geschrieben, sowie „Musikarrangement und Choreographie der Revue sind von West-Orient-Shows, Budapest“. Doch Pannónia lehnte ab.
Letzten Endes wurde Pannónia von der französischen Hotelkette Accor geschluckt. Das Hotel Emke wurde in Ibis Hotel Budapest City umbenannt. Das Maxim – das Herz des Budapester Nachtlebens – wurde dem Erdboden gleichgemacht. Aus dem Palast der Träume wurde eine Tiefgarage für das Hotel.
István Barna hat den Verlust seines Maxim nicht verkraftet. Er starb 1993 nach kurzer Krankheit mit nur 73 Jahren. In nur zwei Jahrzehnten machte er das Maxim zu einer Legende. Auch für die Tänzerinnen, Artisten und Künstler war die Arbeit dort etwas Besonderes. Noch heute halten sie Kontakt und haben eine Maxim-Fanseite bei Facebook. Es ist sehr berührend, zu lesen, wie von Verstorbenen Abschied genommen wird, ihr „Chef“ Barna in höchsten Tönen gelobt wird und Erinnerungen ausgetauscht werden. Die laszive Stimmung, die launigen Shows bis spät in die Nacht, die tägliche Zusammenarbeit, schweißte sie zu einer großen Familie zusammen. Zum 50. Geburtstag des Maxim trafen sie sich 2022 vor ihrem alten Varieté Theater. Am linken Bildrand erkennt man die Tiefgarageneinfahrt, früher der Eingang zum Maxim:
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=102 ... 0936789235
Einige dieser älteren, aber immer noch eleganten Damen, dürften vor 35 – 40 Jahren auch im Europa-Park getanzt haben. Bereits 2015 gab es in Budapest ein großes Treffen aller Künstler. Darüber wurde sogar ein längerer Bericht im ungarischen Fernsehsender Neshama TV gebracht. Er zeigt nicht nur die heitere Melancholie des Treffens, sondern auch immer wieder kurze Einspielungen aus Shows des Maxim:
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=8IhJMB7wgrU&t=4s
Was bleibt von dieser glitzernden Ära? Von diesem ungewöhnlichen Varieté? Was blieb im Europa-Park von dieser Leichtigkeit des Seins? Welche Lebensfreude versprühte das Ballett auf diesem EP-Prospekt-Foto von 1987:
Eigenes Bild
Nun, das Maxim war Geschichte, eine Zusammenarbeit gescheitert. Der Europa-Park sollte ab 1992 seine Shows selbst inszenieren und einige Jahre später auch ein eigenes Ballett auf die Beine stellen. Und damit ging man auch den Weg weiter, den Barna vorgab. Aber der Geist des Maxim blieb auch noch auf ganz anderer Weise im EP erhalten:
Auf dem o.g. Foto ist auch eine Revué-Tänzerin, die 1987 erstmals in den Europa-Park kam…und auch nach dem Ende des Maxim dort blieb: Brigitta Pal.
Brigitta Pal in einer Show im Budapester Maxim…
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
…und schließlich im Europa-Park-Teatro…
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
…und als bezaubernde Prinzessin im Schlosspark:
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
Nach einigen Jahren als Tänzerin war sie 15 Jahre Choreographin des neuen Europa-Park-Showballetts. 2017 führte sie Regie bei der Show „Sonata delle Carte“ im Europa-ParkTeatro, danach bei den Shows „Times“ 1 und 2 im Globe Theater. Auch bei der Show „The Show must go on” – wieder im EP-Teatro – führte sie Regie. Sie choreographierte außerdem Abendgalas und Confertainment Arrangements. Seit 2 Jahren ist sie bei der Talent Academy und kümmert sich als Projekt & Creative Manager um die Nachwuchs-Künstler im Park.
Brigitta Pal heute:
Bildquelle: https://ep-talent-academy.de/ueber-uns/
Und so endet diese Geschichte über das Maxim im Europa-Park.
Bei Frau Brigitta Pal möchte ich mich bedanken, dass sie meine nervigen Fragen geduldig beantwortete und mir auch noch private Bilder zur Verfügung stellte. Es bleibt zu hoffen, dass Frau Pal noch lange den Geist des Maxim im Europa-Park weiterträgt.
Ich schließe mit einem Zitat des österreichische Schriftsteller Peter Altenberg. Er schrieb im Jahr 1918 über die Kunst des Varietés:
„Jede Sache kurz und vollkommen! In Atem halten! Sport in idealen Höhepunkten, Musik-Vortrag, Frauenschönheit, alles, alles in exzeptionellen Exemplaren gehört auf die Varietébühne! Keine Zeit lassen zum Überlegen, zum langsamen Verdauen; ein Wirbelwind von Eindrücken! Das ist die Regie! Motto: Alles ist gut, was kurz und besonders ist!“
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
Wer heute durch die Warteschlange des CanCan Coasters geht, wird unwillkürlich in den Bann des Moulin Rouge um 1900 gezogen. Sehr detailliert wird das Milieu der Bohéme dargestellt, faszinierend der Blick „hinter die Kulissen“. Doch schon lange vor der Kooperation mit dem Moulin Rouge holte sich der Europa-Park Inspirationen aus der Welt des Varieté. Es war eine enge und prägende Verbindung, gemeint ist das Maxim in Budapest.
Nachdem Lee Pee Ville den Europa-Park Ende 1983 wieder verließ, brachte man in den folgenden Jahren zwar solide Shows auf die Bühne, der rote Faden fehlte allerdings dabei. Dies sollte sich jedoch 1986 ändern. Mit dem Maxim holte der EP eines der renommiertesten Varieté-Theater mit ins Boot. Die Qualität der Shows wurde auf ein neues Level gehoben. Verantwortlich dafür war ein Mann, dessen Name heute kaum noch jemand kennt: István Barna.
István Barna, undatiertes Foto (vermutlich 1970er Jahre):
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=102 ... 3006126703
Seine Geschichte und die „seines“ Maxims war erstaunlich und faszinierend, das Ende umso trauriger. Doch hier muss man erst weit zurückgehen in der Geschichte. Die Firma Pannónia entwickelte sich in den 1960er Jahren zur erfolgreichsten Hotelkette in Ungarn. Maßgeblichen Anteil daran hatte einer ihrer Direktoren: István Barna.
Zwar unterhielt Pannónia bereits einige Vergnügungsstätten wie Bars und Nachtclubs. Beim Bau des neuen Hotel Emke im Zentrum von Budapest, wollte man aber einen Schritt weitergehen und dort im Untergeschoss ein Varieté-Theater errichten. Barna setzte durch, dass dort die modernste Bühnentechnik installiert wurde, u.a. eine absenkbare und drehbare Bühne, in deren Mitte auch Wasserfontänen möglich waren.. Auch wurde das Theater klimatisiert, was damals noch unüblich war. István Barna war nicht nur für die Wirtschaftlichkeit verantwortlich. Er übernahm auch die Regie bei den Shows. Am 24. Oktober 1972 wurde das Maxim eröffnet. Es war von Beginn an ein fulminanter Erfolg.
Istvan Barna gibt „seinem“ Ballett Regieanweisungen. Die Zigarre war sein Markenzeichen:
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=13 ... 4994251749
Barna, bereits 52 Jahre alt, setzte von Beginn an auf Eleganz und Glamour nach westlichem Vorbild. Zwei Drittel der Gäste kamen aus dem Ausland. Die hohen Investitionskosten amortisierten sich bereits nach wenigen Jahren. An 6 Tagen in der Woche wurden jeweils um 20 Uhr und 23 Uhr Shows geboten.
Von außen schlicht und nüchtern, der Eingang des Maxim (1976):
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=102 ... 3006126703
Im Inneren dann Luxus, Erotik und Lebensfreude (Foto ca. Mitte der 80er Jahre):
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=10 ... 3006126703
Sehr viel nackte Haut und üppige Federkostüme waren nicht nur im Pariser Moulin Rouge, sondern auch im Budapester Maxim fester Bestandteil:
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
Egal wie freizügig die Tänzerinnen auftreten, spielen Federkostüme in den meisten Varietés eine entscheidende Rolle. Sie werden u.a. aus Straußenfedern hergestellt. Durch ihre weichen Bewegungen unterstreichen sie die Leichtigkeit der Tänzerinnen und betonen ihre Weiblichkeit.
Für den Europa-Park wurden etwas „stoffhaltigere“ Kostüme gewählt:
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=17 ... 3645208654
Wie man Ballett, Artistik und Erotik in pure Poesie umsetzt, zeigt eines der wenigen Bewegt-Bilder aus dem Maxim, hier aus dem Jahr 1990:
Bildquelle: https://www.youtube.com/watch?v=k8KRCfLjRRQ
Nirgendwo sonst hinter dem „eisernen Vorhang“ gab es solche glamourös ausgestattete Shows wie hier im Budapester Maxim. Durch seine hohe Arbeitsmoral, sein seriöses Auftreten und seine große Beliebtheit bei Artisten und Tänzerinnen erarbeitete sich István Barna einen Ruf, der es ihm auch ermöglichte nationale und internationale Stars zu engagieren, darunter Èva Bordás, Ilona Medveczky, das Golden Gate Quartet und die Kessler Zwillinge (Bild: Kessler Zwillinge im Maxim 1982):
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=102 ... 9055158117
Fester Bestandteil der Shows im Maxim war von Anfang an Mariann Tatrai. Sie fungierte als eine Art „Gastgeberin“ und war unter dem Pseudonym „Lady M“ für ihre Illusionsshow bekannt. Mit dieser Nummer trat sie zumindest in den Jahren 1990 und 1991 auch im Europa-Park auf. Das folgende Bild zeigt einen Flyer des Maxim-Varieté von Ende der 80er Jahre. Zu sehen u.a. Mariann Tatrai als „Lady M“. Sie trat auch mit einem chinesischen Panter auf, im EP jedoch nur mit ihrer Illusionsshow und mit dem Namenszusatz „Queen of Magic“:
Eigenes Bild
Hier mit ihrer Illusionsshow im Europa-Park. Bild aus einer EP-Zeitung von 1991:
Eigenes Bild
Die Ironie des Schicksals: Nirgendwo sonst in Osteuropa wurde Luxus und Freiheit so zelebriert wie im Budapester Maxim. Und genau diese Freiheit, die die sozialistischen Länder durch den Fall des Eisernen Vorhangs bekamen, sorgte für den Niedergang des Maxim. Pannónia begann sich umzustrukturieren, die Besucherzahlen im Maxim gingen zurück. István Barna versuchte sein Bestes um noch etwas zu retten. Im November 1990 kündigte Barna bei der Abschiedsvorstellung des Maxim auch seinen Abschied an. Er versuchte aber, zusammen mit dem Europa-Park und Pannónia ein Joint Venture zu gründen. Das Unternehmen sollte sich „West Orient Kft.“ nennen. Wie weit die Verhandlungen damals waren, konnte man in der EP-Zeitung von 1991 lesen. Dort wurde von dem „neuen Maxim-Showballett“ geschrieben, sowie „Musikarrangement und Choreographie der Revue sind von West-Orient-Shows, Budapest“. Doch Pannónia lehnte ab.
Letzten Endes wurde Pannónia von der französischen Hotelkette Accor geschluckt. Das Hotel Emke wurde in Ibis Hotel Budapest City umbenannt. Das Maxim – das Herz des Budapester Nachtlebens – wurde dem Erdboden gleichgemacht. Aus dem Palast der Träume wurde eine Tiefgarage für das Hotel.
István Barna hat den Verlust seines Maxim nicht verkraftet. Er starb 1993 nach kurzer Krankheit mit nur 73 Jahren. In nur zwei Jahrzehnten machte er das Maxim zu einer Legende. Auch für die Tänzerinnen, Artisten und Künstler war die Arbeit dort etwas Besonderes. Noch heute halten sie Kontakt und haben eine Maxim-Fanseite bei Facebook. Es ist sehr berührend, zu lesen, wie von Verstorbenen Abschied genommen wird, ihr „Chef“ Barna in höchsten Tönen gelobt wird und Erinnerungen ausgetauscht werden. Die laszive Stimmung, die launigen Shows bis spät in die Nacht, die tägliche Zusammenarbeit, schweißte sie zu einer großen Familie zusammen. Zum 50. Geburtstag des Maxim trafen sie sich 2022 vor ihrem alten Varieté Theater. Am linken Bildrand erkennt man die Tiefgarageneinfahrt, früher der Eingang zum Maxim:
Bildquelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=102 ... 0936789235
Einige dieser älteren, aber immer noch eleganten Damen, dürften vor 35 – 40 Jahren auch im Europa-Park getanzt haben. Bereits 2015 gab es in Budapest ein großes Treffen aller Künstler. Darüber wurde sogar ein längerer Bericht im ungarischen Fernsehsender Neshama TV gebracht. Er zeigt nicht nur die heitere Melancholie des Treffens, sondern auch immer wieder kurze Einspielungen aus Shows des Maxim:
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=8IhJMB7wgrU&t=4s
Was bleibt von dieser glitzernden Ära? Von diesem ungewöhnlichen Varieté? Was blieb im Europa-Park von dieser Leichtigkeit des Seins? Welche Lebensfreude versprühte das Ballett auf diesem EP-Prospekt-Foto von 1987:
Eigenes Bild
Nun, das Maxim war Geschichte, eine Zusammenarbeit gescheitert. Der Europa-Park sollte ab 1992 seine Shows selbst inszenieren und einige Jahre später auch ein eigenes Ballett auf die Beine stellen. Und damit ging man auch den Weg weiter, den Barna vorgab. Aber der Geist des Maxim blieb auch noch auf ganz anderer Weise im EP erhalten:
Auf dem o.g. Foto ist auch eine Revué-Tänzerin, die 1987 erstmals in den Europa-Park kam…und auch nach dem Ende des Maxim dort blieb: Brigitta Pal.
Brigitta Pal in einer Show im Budapester Maxim…
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
…und schließlich im Europa-Park-Teatro…
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
…und als bezaubernde Prinzessin im Schlosspark:
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
Nach einigen Jahren als Tänzerin war sie 15 Jahre Choreographin des neuen Europa-Park-Showballetts. 2017 führte sie Regie bei der Show „Sonata delle Carte“ im Europa-ParkTeatro, danach bei den Shows „Times“ 1 und 2 im Globe Theater. Auch bei der Show „The Show must go on” – wieder im EP-Teatro – führte sie Regie. Sie choreographierte außerdem Abendgalas und Confertainment Arrangements. Seit 2 Jahren ist sie bei der Talent Academy und kümmert sich als Projekt & Creative Manager um die Nachwuchs-Künstler im Park.
Brigitta Pal heute:
Bildquelle: https://ep-talent-academy.de/ueber-uns/
Und so endet diese Geschichte über das Maxim im Europa-Park.
Bei Frau Brigitta Pal möchte ich mich bedanken, dass sie meine nervigen Fragen geduldig beantwortete und mir auch noch private Bilder zur Verfügung stellte. Es bleibt zu hoffen, dass Frau Pal noch lange den Geist des Maxim im Europa-Park weiterträgt.
Ich schließe mit einem Zitat des österreichische Schriftsteller Peter Altenberg. Er schrieb im Jahr 1918 über die Kunst des Varietés:
„Jede Sache kurz und vollkommen! In Atem halten! Sport in idealen Höhepunkten, Musik-Vortrag, Frauenschönheit, alles, alles in exzeptionellen Exemplaren gehört auf die Varietébühne! Keine Zeit lassen zum Überlegen, zum langsamen Verdauen; ein Wirbelwind von Eindrücken! Das ist die Regie! Motto: Alles ist gut, was kurz und besonders ist!“
Bildquelle: Brigitta Pal (privat)
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Danke für den ausführlichen Bericht und die arbeitsreiche Recherche.
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jens27
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Da kann ich mich nur anschließen, danke für diesen großartigen Beitrag 
